| Veranstaltung: | Kreismitgliederversammlung 13.06.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 3.2.3. Wahlkreis 15 - Köln III (Stadtbezirk Ehrenfeld, Nippes und Bilderstöckchen) |
| Antragsteller*in: | Jonathan Sieger (KV Köln) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 10.06.2026, 11:35 |
A10: Jonathan Sieger
Selbstvorstellung
Liebe Freund*innen der Kölner Grünen,
ich bewerbe mich um die Kandidatur für den Landtagswahlkreis Köln III, weil ich davon überzeugt bin, dass die großen Herausforderungen unserer Zeit nur durch eine Politik gelöst werden können, die ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stärke und demokratischen Zusammenhalt gleichermaßen in den Mittelpunkt stellt.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass unsere Demokratie kein Selbstläufer ist. Sie lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen, Kompromisse suchen und den Mut haben, gesellschaftliche Veränderungen aktiv zu gestalten. Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung, sozialer Verunsicherung und wachsender demokratischer Skepsis braucht es politische Akteurinnen und Akteure, die Brücken bauen können – zwischen unterschiedlichen Milieus, Generationen und Lebensrealitäten.
Köln III ist dafür ein besonderer Wahlkreis. Hier treffen urbane Vielfalt, kulturelle Kreativität und wirtschaftliche Dynamik auf soziale Herausforderungen. Die zunehmende soziale Spaltung unserer Stadt, steigende Wohnkosten, Kinderarmut, die Situation vieler älterer Menschen mit unzureichenden Renten sowie die Frage nach echter gesellschaftlicher Teilhabe prägen den Alltag vieler Menschen. Gleichzeitig erleben wir eine beeindruckende Bereitschaft zum Engagement in Vereinen, Initiativen, Nachbarschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen.
Diese Erfahrungen prägen auch meinen politischen Blick. Seit vielen Jahren arbeite ich an der Schnittstelle von Kultur, Sozialem und Demokratie. Dabei habe ich gelernt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht verordnet werden kann. Er entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, wo sie Verantwortung füreinander übernehmen und wo sie die Möglichkeit erhalten, ihre Umgebung aktiv mitzugestalten.
Als Geschäftsführer des Bürgerzentrum Ehrenfeld begegne ich täglich Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, Hoffnungen und Herausforderungen. Diese Nähe zu den Lebensrealitäten der Menschen ist für mich kein abstrakter Politikansatz, sondern gelebter Alltag. Sie hat meinen politischen Anspruch geprägt: Politik muss ansprechbar bleiben, konkrete Probleme lösen und ihre Entscheidungen stets daran messen, ob sie das Leben der Menschen tatsächlich verbessert.
Besonders wichtig ist mir die Stärkung unserer demokratischen Kultur. Demokratie erschöpft sich nicht in Wahlen oder parlamentarischen Verfahren. Sie lebt von Beteiligung, Vertrauen und der Erfahrung, dass die eigene Stimme zählt. Deshalb engagiere ich mich für Projekte, die Menschen für demokratische Prozesse begeistern und die demokratische Grundordnung stärken. Gerade angesichts wachsender populistischer und autoritärer Tendenzen halte ich dies für eine der zentralen Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft.
Ich davon überzeugt, dass Kulturpolitik kein Nischenthema ist. Kultur schafft Begegnung, ermöglicht Perspektivwechsel und stärkt gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie ist ein Fundament einer offenen Gesellschaft. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen brauchen wir starke kulturelle Orte, die Dialog ermöglichen und Menschen zusammenbringen. Deshalb möchte ich mich im Landtag für eine verlässliche kulturelle Infrastruktur, starke freie Träger und eine nachhaltige Förderung kultureller Bildung einsetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner politischen Arbeit ist die soziale Gerechtigkeit. Die ökologische Transformation kann nur gelingen, wenn sie sozial gestaltet wird. Klimaschutz und soziale Sicherheit dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Vielmehr müssen wir Wege finden, wie ökologische Modernisierung neue Chancen eröffnet und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Dies gilt für Mobilität, Wohnen, Energieversorgung und die Zukunft unserer Arbeitswelt gleichermaßen.
Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass eine handlungsfähige Sozialpolitik nur auf dem Fundament einer starken und innovativen Wirtschaft möglich ist. Nordrhein-Westfalen steht vor der Aufgabe, industrielle Stärke, Mittelstand, Handwerk und die Chancen neuer Technologien zusammenzudenken. Unser Wohlstand entsteht nicht im Parlament, sondern durch die Arbeit von Millionen Menschen und die Innovationskraft unserer Unternehmen. Politik muss dafür verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, Investitionen erleichtern und den Mut haben, Zukunftstechnologien aktiv zu fördern.
Dazu gehört für mich auch eine ehrliche Debatte über die Finanzierung unseres Gemeinwesens. Während viele Menschen ihren Wohlstand durch eigene Arbeit erwirtschaften, werden große Betriebsvermögen häufig über Generationen weitergegeben. Wer Leistungsgerechtigkeit ernst nimmt, darf diese Frage nicht ausklammern. Eine gerechte Besteuerung großer Erbschaften kann dazu beitragen, Chancen gerechter zu verteilen und den Staat dort handlungsfähig zu halten, wo er Verantwortung für Bildung, Infrastruktur und gesellschaftlichen Zusammenhalt trägt.
Aus meiner täglichen Arbeit weiß ich zudem, welche Folgen kurzfristige Förderlogiken für soziale und kulturelle Einrichtungen haben. Zu oft werden Projekte und Angebote von Jahr zu Jahr finanziert, obwohl sie langfristige Aufgaben übernehmen. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen brauchen wir deshalb nicht weniger Verlässlichkeit, sondern mehr. Wer soziale Infrastruktur stärken will, muss Trägern Planungssicherheit geben. Längere Förderlaufzeiten, verlässliche Finanzierungszusagen und weniger bürokratische Unsicherheit sind keine Nebensächlichkeiten – sie sind Voraussetzungen dafür, dass gute Arbeit dauerhaft geleistet werden kann.
Denn starke Kommunen, eine lebendige Zivilgesellschaft und ein funktionierender Sozialstaat sind keine Kostenfaktoren. Sie sind Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit in die Zukunft unseres Landes.
Ich bewerbe mich nicht, weil ich Politik als Selbstzweck verstehe. Ich bewerbe mich, weil ich Verantwortung übernehmen möchte. Weil ich überzeugt bin, dass Nordrhein-Westfalen mutige Antworten auf die Herausforderungen der kommenden Jahre braucht. Und weil ich glaube, dass unsere grünen Werte – Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Vielfalt und Demokratie – heute wichtiger sind denn je.
Ich möchte meine Erfahrungen aus Kulturarbeit, Sozialpolitik, Vereinsmanagement, Demokratiearbeit und kommunaler Praxis in die Landespolitik einbringen. Dabei ist mir wichtig, stets im Dialog mit den Menschen vor Ort zu bleiben.
Köln III ist ein Wahlkreis voller Vielfalt, Kreativität und gesellschaftlicher Energie. Diese Vielfalt ist keine Herausforderung, die bewältigt werden muss, sondern eine Stärke, die wir nutzen sollten. Ich möchte dazu beitragen, dass Nordrhein-Westfalen ein Land bleibt, das wirtschaftlich erfolgreich, ökologisch verantwortlich, sozial gerecht und demokratisch stark ist.
Für diese Aufgabe bitte ich Euch um Euer Vertrauen, Eure Unterstützung und Eure Stimme.
Mit herzlichen grünen Grüßen
Jonathan Sieger
P.S. Fragen gerne unter info@jonathan-sieger.eu stellen
Ein Kurzüberblick
Werdegang:
2007: Abitur in Pullach i.Isartal in Bayern, davon 3 Jahre lang Schülersprecher
2007-2008: Zivildienst in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung
2008-2011: B.Sc. in Psychologie in Innsbruck (Österreich) und New Orleans (USA)
2011: Erstes berufliches Ausprobieren bei der BMW Group
2012-2016: B.Sc. in Volkswirtschaftslehre (Schwerpunkt Ökonometrie) und M.Sc. Volkswirtschaftslehre und Finanzwirtschaft an der Universität Amsterdam
2016: Aufenthalt im Geflüchteten Lager Idomeni Griechenland
2017-2018: Unternehmensberater für Digitalisierung
2018-2021: Kreisgeschäftsführer Bündnis 90/Die Grünen Köln
2018: Gründung des Kölner Spendenkonvois e.V. als Initiative, um geflüchteten Menschen an der EU-Außengrenze zu helfen. Seitdem Teilnahme an 16 ehrenamtlichen Einsätzen in Bosnien, Serbien, Bulgarien, Albanien, Griechenland, Frankreich, Irak und Syrien.
2021-heute: Geschäftsführer des Soziokulturellen Bürgerzentrum Ehrenfeld e.V. Verantwortlich für ein Jahresbudget von 2.3 Millionen und 30 Angestellten und ca. 25 Honorarkräfte. Inhaltliche Ausrichtung des Hauses zu den Themenpunkten: Einsamkeitsbekämpfung, Demokratiestärkung, Feminismus.
2023-heute: Vorstand im Theater im Bauturm e.V. Seit 2025 Vorstandsvorsitzender.
2023-heute: Gründung des Städtepartnerschaftsvereins Köln-Qamishlo e.V. für die Unterstützung des multiethnischen Zusammenlebens in den autonomen Gebieten in Nord-Ost-Syrien (Rojava)
Meine aktuellen Grünen Gremien:
- Mitglied des Kölner Präsidiums
- Delegierter Bezirksratmittelrhein
- Delegierter Landesdelegiertenkonferenz
- Delegierter Bundesdelegiertenkonferenz
- NRW-Ersatzdelegierter Länderrat
Für mich wichtig, aber nicht Grün:
Begeisterter Bergsteiger seit meinem 12 Lebensjahr
Wohnhaft in Bocklemünd
Theaterfreund
Glücklich verlobt seit Dezember 2025
- Alter:
- 38
- Geburtsort:
- Stanberg